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09.04.2010

Stadtteil Landwasser nutzt Strom und Wärme aus Bio- und Deponiegas


Gemeinsames Projekt sichert Gasnutzung bis mindestens 2020



gasdomSeit 1991 wird Methangas, das beim Vergären des Mülls in der Deponie Eichelbuck entsteht, zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Eine Rohrleitung transportiert das Gas vom Eichelbuck in den benachbarten Stadtteil Landwasser, wo es im Blockheizkraftwerk (BHKW) der Badenova zu Heizenergie und Strom verwertet wird.  Deponiegas zählt zu den regenerativen Energieträgern und deckte bisher bis zu 45 % des Wärmebedarfs im Stadtteil ab. Zusätzlich wurden jährlich 10.000 MWH Strom aus Deponiegas erzeugt und ins Netz eingespeist. 

Zur energetischen Nutzung muss das Deponiegas einen Methananteil von 55 % haben. Da seit 2005 kein frischer Müll mehr auf der Deponie Eichelbuck abgelagert wird, ändert sich die Konzentration des Methangases und der Brennwert nimmt ab. Die Freiburger Abfallwirtschaft (ASF), das Entsorgungsunternehmen Remondis und die Badenova wollen nun in einem gemeinsamen Projekt die Deponiegasnutzung steigern und für das nächste Jahrzehnt sichern. Beide Entsorger sind ebenfalls im Geschäft mit regenerativen Energien tätig: Remondis betreibt seit 1997 eine Vergärungsanlage in der Tullastraße und verarbeitet dort jährlich ca. 30.000 Tonnen Bioabfall aus Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald , die ASF verwertet seit 2007 Gastronomieabfälle in ihrer Anlage auf dem Eichelbuck-Gelände (ca. 10.000 t/a).

Ab September 2010 soll mit dem Biogas aus der Remondis-Anlage das schwächere  Deponiegas „angereichert“ werden. Dazu wird die Biogasanlage durch eine neu verlegte Leitung mit dem bestehenden System verbunden und das Deponiegas zukünftig mit Biogas gemischt. Durch die so genannte  „Reformierung“ erreicht das Gas wieder seinen idealen Methangehalt von 55 % und ist für eine Verwertung im BHKW geeignet. Die Badenova geht für 2011 von ca. 2 mio m³ nutzbarem Deponiegas aus, daraus werden je ca. 12.400 MWh Strom und Wärme erzeugt. Mit der regenerativ erzeugten Energie können etwa 4.900 Haushalte ein Jahr lang mit Strom und etwa 1.200 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Durch den Betrieb des Blockheizkraftwerks werden pro Jahr 3500 Tonnen weniger Kohlendioxid freigesetzt. „Das ist gigantisch viel“, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon bei der Vorstellung des Projekts am 14.04. Zum Vergleich: Bei einer Altbausanierung reduziert sich der Kohlendioxidausstoß um wenige hundert Tonnen.

Bisher konnte das in der Remondis-Anlage erzeugte Biogas nur in Strom umgewandelt und ins öffentliche Netz eingespeist werden. Ein Teil der Energie ging dabei ungenutzt verloren. Durch die Koppelung der Wärmenetze wird zukünftig auch die Wärmeenergie nutzbar gemacht. Guido Brötzmann, Geschäftsführer der Remondis Süd GmbH, betont noch einen weiteren Aspekt des Vorhabens: „Außer dem Ressourcenschutz liegt uns daran, Synergien zu nutzen und die Zusammenarbeit zwischen den ASF-Gesellschaftern Stadt Freiburg und Remondis zu stärken.“

Die Verlegung der 1,5 km langen Gasleitung zwischen der Biogasanlage in der Tullastraße und dem Eichelbuck-Gelände im Mooswald soll nach Schätzung der Badenova im Sommer 2010 abgeschlossen sein.    



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